Das Rezept auf Seite 32: Cocido de garbanzos con berberechos


Von einer Rundreise durch Andalusien, die ich vor ein paar Jahren mit meinem Vater machte, nahm ich viele bleibende Eindrücke von atemberaubend schönen Landschaften, faszinierenden Bauwerken und einem einzigartigen Architektur-Mix mit.

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Und von köstlichem Essen natürlich! Als ganz besonderes Reiseandenken landete ein Kochbuch in meinem Koffer …

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„SABER COCINAR – Recetas y trucos de la mañana 1“ von Sergio Fernanández und Mariló Montero, erschienen 2011 bei Espasa in Madrid.

Spanisch habe ich nie gelernt, schaffe es allerdings mit meinen Italienisch- und Französischkenntnissen Kochrezepte auf Spanisch zu lesen. Zugegeben, des Öfteren kommt ein Wörterbuch zum Einsatz. Denn, auch wenn es viele „echte Freunde“ gibt (in der Sprachwissenschaft versteht man darunter Wörter mit gleicher oder ähnlicher Form und Bedeutung – wie beispielsweise span. „cebolla“ und ital. „cipolla“ für Zwiebel oder span. „frambuesa“ und franz. „framboise“ für Himbeere) – existieren auch sogenannte „falsche Freunde“, wie das spanische Wort „aceite“ beweist, das nicht – wie im Italienischen „aceto“, also Essig bedeutet, sondern vielmehr Öl. Grund dafür ist die unterschiedliche sprachliche Herkunft. Während sich das italienische Wort vom Lateinischen „acetum“ (Essig) ableiten lässt, handelt es sich beim spanischen „aceite“ um einen Arabismus, also einem Wort arabischen Ursprungs (vgl. arab. „zayt“ für Öl). Solche Arabismen gibt es im Spanischen viele und stellen (zumindest für mich) beim Lesen der Rezepte immer wieder kleine lexikalische Hürden dar.

Aber nun zum Rezept. Dieses befindet sich diese Mal nicht auf Seite 32, sondern auf Seite 64. Mehr zum Projekt „DAS REZEPT AUF SEITE 32“ findet ihr übrigens bei Wili von „Rambutan, Granatapfel & Orangenblüte“ bzw. hier).

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Cocido de garbanzos con berberechos/Eintopf mit Kichererbsen und Herzmuscheln (statt der Herzmuscheln habe ich Venusmuscheln – span. „almejas“ – verwendet).

Zutaten:
300 g Kichererbsen, über Nacht eingeweicht
200 g Weißkraut/Weißkohl, streifig geschnitten
1 Stück Rohschinken (hier: 50 g Tiroler Schinkenspeck in einem Stück)
2 Kartoffeln
500 g Herzmuscheln (ersatzweise Venusmuscheln)
Olivenöl
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, klein geschnitten
1 Chilischote
einige Blätter frisches Basilikum, klein geschnitten
1 Gläschen Weißwein (hier: 1/8 l)
etwas klare Fischsuppe/-brühe (habe ich ganz weggelassen)
Salz

Zubereitung (nach einer freien Übersetzung von linzersmileys 😉):
Die Kichererbsen abseihen, gut abspülen und in einen Kochtopf geben. Das Kraut und den Schinken (oder Speck) hinzufügen …

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… das Ganze knapp mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Ca. 1 Stunde zugedeckt sanft köcheln lassen, dann die geschälten und klein gewürfelten Kartoffeln hinzufügen, salzen und für weitere 10 Minuten kochen lassen.

Während die Kichererbsen kochen, die Muscheln (beschädigte Exemplare bitte aussortieren!) für mind. eine halbe Stunde in kaltes Salzwasser legen – so geben sie den eingeschlossenen Sand frei ;-).

In einer großen Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin hell anschwitzen. Mit Chili und Basilikum würzen, dann die abgetropften Muscheln hinzufügen. Mit Wein (und wer will, auch mit etwas Fischsuppe) aufgießen, das Ganze aufkochen lassen und zugedeckt ca. 3-4 Minuten köcheln lassen (die Muscheln müssten nun geöffnet sein; die ungeöffneten Exemplare bitte entsorgen!). Die Pfanne von der Herdplatte nehmen.

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Für die presentación den sehr heißen Kichererbsen-Eintopf auf Tellern anrichten, die Muscheln samt Sud darauf verteilen und sofort servieren. BUEN APETITO!

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Fazit: Eine äußerst interessante Kombination: Hülsenfrüchte, Muscheln und Weißkraut. Dazu Rohschinken (den ich durch Schinkenspeck ersetzt habe) und der dem Gericht ein feines, rauchiges Aroma verleiht. Die dezente Schärfe der Chilischote passt gut und ist – vor allem im Winter – angenehm wärmend.  Mit Weißbrot serviert, ein wohlschmeckendes, sättigendes Hauptgericht. Wir waren begeistert!

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Das erinnert mich jetzt glatt an meinen letztjährigen Urlaub. Ich glaube, das war eine ähnliche Rundreise durch Andalusien, die Bilder habe ich auch 😉
    Ein kulturell und kulinarisch faszinierendes Land. Das Gericht werde ich glatt probieren!
    Liebe Grüße
    Günter

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    1. Schön :-), dann wünsche ich dir gutes Gelingen, lieber Günter! LG Daniela

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  2. Wie köstlich!!! Liebe Grüße Bettina

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    1. Danke, liebe Bettina! LG Daniela

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