Wir lieben Panettoni in der (Vor-)Weihnachtszeit, aber Pandori vielleicht noch „ein Eitzerl“ mehr 🤍. Vor allem Jojo, die weder kandierte Früchte noch Rosinen mag – und die sind ja ein MUSS im Panettone classico, während der Pandoro ganz ohne auskommt 😉. → Typisch für letzteren sind dafür die gezackte Kuppelform, die – von oben betrachtet – wie ein Stern aussieht, sowie eine (ziemlich) dicke Staubzuckerschicht mit feiner Vanillenote, die das Backwerk umhüllt und an eine schneebedeckte Bergspitze erinnert 😊.


Pandoro bedeutet übersetzt „Goldenes Brot“ – der Name rührt (vermutlich) von der goldgelben Farbe her, die das Gebäck aufgrund der Zugabe von Eiern und Eigelb erhält.
Mittlerweile kann man*frau auch hierzulande Pandori fast überall kaufen – diese sind aber in der Regel industriell gefertigt. Wer hingegen ein handwerklich erzeugtes Produkt mit qualitativ hochwertigen Zutaten probieren möchte, muss dazu entweder nach Italien reisen – am besten nach Verona, denn von dort stammt der Pandoro 😉 – und dort in einem Panificio (Bäckerei) oder einer Pasticceria (Konditorei) einen Pandoro artigianale erstehen … oder man*frau stellt sich in die Küche, nimmt sich die besten Zutaten sowie ganz viel Zeit … und bäckt ihn „einfach“ selbst.
Und genau DAS habe ich dieses Jahr gemacht 😊:
Ich habe 2 luftig-weiche & herrlich nach Vanille duftende Pandori1 (= die Pluralform von Pandoro 😉) 🤍🤍 zubereitet!
1Nach einem (von mir leicht adaptierten) Rezept, das ich hier (Verlinkung mit einer externen Website) gefunden habe 😉.
Gut Ding braucht Weile!

→ Für das Gelingen dieses köstlichen Gebäcks ist es wichtig, dem Teig ausreichend Zeit zu geben, damit sich dieser gut entfalten kann und ausreichend reift (dazu gehört u.a. auch eine Übernachtgare im Kühlschrank)!
Hier ist mein Zeitplan:
Spätestens am Vorabend des ersten Zubereitungstages: Herstellung des AROMA-MIXES
Am ersten Tag: Beginn am Morgen/Vormittag oder Mittag mit dem VORTEIG, dann ERSTER TEIG + HAUPTTEIG
ÜBERNACHTGARE im Kühlschrank
Am zweiten Tag: TOURIEREN + Portionieren des Teiges
ÜBERNACHTGARE bei Zimmertemperatur (der Teig befindet sich bereits in den Backformen 😉)
Der dritte Tag ist der BACKTAG!
😊
Zutaten für den Aroma-Mix*:
*Dieser sollte spätestens 12 Stunden vor Zubereitung des Teiges hergestellt werden, damit sich die Aromen gut entfalten können.
- 2 Bio-Zitronen
- 1 EL Honig
- 1 P. Bourbon-Vanillezucker
- 1-2 EL Rum (braun)
Die Schale der Zitronen fein reiben, mit den restlichen Zutaten verrühren, zudecken und mindestens 12 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.
⭐️⭐️⭐️
Zutaten für den Teig (ergibt 2 Pandori à ca. 500 g):
- 450 g Manitoba-Mehl (kleberstarkes Weizenmehl, das besonders gut für Backwaren mit langer Teigführung geeignet ist – perfekt also für Pandori)
- 10 g Hefe (ca. ¼ Würfel)
- 70 g Wasser
- 3 Eier (M) + 1 Eigelb
- 30 g Butter (zimmerwarm)
- 125 g Feinkristallzucker
- 1 P. Vanillezucker
- 1 (gestr.) TL Salz
für die Butterplatte (diese brauchen wir für das mehrfache Falten = Tourieren des Teiges):
- 140 g Butter
- Frischhaltefolie
- Nudelholz
außerdem:
- 2 Pandoro-Backformen (à 500 g), gut mit Butter eingefettet
- ausreichend Vanille-Staubzucker zum Umhüllen/Bestreuen der Pandori
- 2 große Plastiksäcke (à 6 l Fassungsvermögen)
TAG 1
Das Mehl, das Wasser und den Zucker abwiegen und in drei Schüsseln verteilen.
Die Eier und 30 g Butter* ca. 2 Stunden vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen – diese Zutaten sollten bei der Verarbeitung Zimmertemperatur haben.
*Die restlichen 140 g Butter für die BUTTERPLATTE können im Kühlschrank bleiben – diese werden erst am Tag darauf (TAG 2) für das Falten des Teiges (= Tourieren) benötigt 😉.
VORTEIG
Von den vorbereiteten Zutaten, die Zimmertemperatur haben, kommen folgende in eine kleine Schüssel:
- 60 g Wasser
- ca. 3/4 (8 g) von der Hefe
- 50 g Mehl
- 1 EL Zucker
- 1 Eigelb
Die Hefe im Wasser auslösen, dann die restlichen Zutaten hinzufügen und mit einem Löffel gut verrühren. Die Schüssel anschließend zuerst mit Frischhaltefolie, dann mit einem Geschirrtuch zudecken und bei Zimmertemperatur ca. 1 Stunde lang stehen lassen. → Am Ende sollten sich kleine Bläschen bilden.
ERSTER TEIG
Folgende Zutaten werden dann in einer großen Rührschüssel vermengt:
- der Vorteig
- das restliche Wasser (10 g)
- die restliche Hefe (2 g)
Im Anschluss werden …
- 200 g Mehl
- 2 EL Zucker
- 1 Ei
… hinzugefügt und (wie hier) mit einem Handmixer (mit Knethaken) oder in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeitet. Am Ende werden noch …
- 30 g zimmerwarme Butter
… in kleinen Portionen untergeknetet.
Sobald der Teig glatt ist und sich vom Schüsselrand löst, ist er fertig. Die Schüssel zuerst mit Frischhaltefolie, dann mit einem Geschirrtuch zudecken und bei Zimmertemperatur ca. 2-3 Stunden lang gehen lassen. → Das Volumen des Teiges sollte sich verdoppeln.
HAUPTTEIG
Wenn der ERSTE TEIG sein Volumen verdoppelt hat, werden folgende Zutaten hinzugefügt und kurz vermengt:
- das restliche Mehl (200 g)
- der restliche Zucker (ca. 100 g)
- 1 P. Vanillezucker
- der Aroma-Mix
Im Anschluss werden …
- die (restlichen) 2 Eier
… und zwar eines nach dem anderen – gut untergeknetet (entweder mit einem Handmixer mit Knethaken oder in der Küchenmaschine).
Sobald der Teig glatt ist, kommt auch 1 gestrichener TL Salz hinzu. Den Teig so lange weiterkneten, bis er Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst. Die Schüssel mit Frischhaltefolie zudecken, dann in ein Geschirrtuch wickeln und bei Zimmertemperatur ca. 2 Stunden lang gehen lassen. → Das Volumen des Teiges sollte sich (fast) verdoppeln.
Die Schüssel anschließend (samt Frischhaltefolie und Geschirrtuch) für mindestens 12 (und maximal 36) Stunden in den Kühlschrank stellen.




⭐️⭐️⭐️
TAG 2
Herstellung der Butterplatte + TOURIEREN = das (einfache) Falten des Teiges


Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mind. 1 Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Für die Butterplatte die kalte Butter (140 g) im Ganzen auf ein großes Stück Frischhaltefolie legen, mit Folie abdecken und bei Raumtemperatur ca. 1/2 Stunde liegen lassen. Danach mit einem Nudelholz zu einem Quadrat ausrollen (ca. 18-20 x 18-20 cm). Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank legen (am besten auf einem Tablett).
Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem großen Quadrat ausrollen. Die Butterplatte in die Mitte setzen (siehe dazu Bild Nr. 1 in der Fotogalerie weiter unten im Blog-Post 👇). Anschließend die Seitenränder so zur Mitte klappen, dass die Butterplatte vollständig bedeckt ist (Bild Nr. 2 👇).
Ein wenig Mehl auf das „Teigpaket“ streuen, dann mit dem Nudelholz zu einem großen Quadrat/Rechteck mit einer Dicke von ca. 1 cm ausrollen und mit dem (einfachen) Tourieren beginnen: Hierfür ein Drittel des Teiges einschlagen (Bild Nr. 3 👇) und den Teig von der anderen Seite darüber schlagen (so wird der Teig in drei Lagen gefaltet).
Das so entstandene Teigpaket in Frischhaltefolie wickeln und für 40-50 Minuten in den Kühlschrank legen. Anschließend herausnehmen und wieder einfach tourieren (d.h. ausrollen, falten & kühlen) – insgesamt bekommt der Teig 4 einfache Touren!
Am Ende des letzten Faltvorgangs den Teig halbieren. Jede Teighälfte (ohne Extra-Mehl auf der Arbeitsplatte und OHNE DEN TEIG ZU KNETEN!) zu einer Kugel formen.
Jede Kugel mit der glatten (= der schönen) Seite nach unten in die gut mit Butter eingefettete Backform legen (Bild Nr. 4 👇).
Die beiden Backformen mit Frischhaltefolie zudecken und an einem warmen, zugfreien Ort so lange gehen lassen, bis der Teig den oberen Rand der Form erreicht – DAS KANN BIS ZU 12 STUNDEN DAUERN (bei mir hat es nur ca. 8 Stunden gedauert 😉)!
→ Mein Tipp: Ich teile mir die Zeit so ein, dass ich am Abend den Faltvorgang abgeschlossen habe. So kann der Teig in aller Ruhe ÜBER NACHT gehen 😉.




⭐️⭐️⭐️
TAG 3
BACKEN
Wenn der Teig den oberen Rand der Form erreicht hat, den Backofen auf 170°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Die Folien entfernen und die Backformen in den unteren Bereich des Backofens stellen. Nach 15 Minuten Backzeit die Temperatur auf 150°C herunterschalten. Die Pandori anschließend noch weitere 20 Minuten backen, dann herausnehmen, ca. 5 Minuten warten und aus der Form stürzen. Auf einem Kuchengitter KOMPLETT AUSKÜHLEN lassen!


Die komplett ausgekühlten Pandori in 2 große Plastiksäcke (à ca. 6 l Fassungsvermögen) geben. Gut verschließen (so halten sie sich für ca. 2-3 Tage frisch).
Vor dem Servieren den Sack öffnen und ca. 3-4 EL Vanille-Staubzucker einfüllen. Den Sack wieder verschließen und den Staubzucker durch sanftes Schütteln rund um den Pandoro verteilen. Den Pandoro dann aus dem Sack nehmen, auf einen Teller stellen und servieren 🤗.

⭐️⭐️⭐️
FROHE WEIHNACHTEN!
🎄