Kulinarische Erinnerungen an eine wunderbare Stadt: Spezzatino con piselli

Nach meiner Matura in Linz (klick 🙂 !) verbrachte ich zwei Jahre als Au-pair in Rom (klick 🙂 !) – eine Zeit, die mich nicht nur menschlich, sondern auch kulinarisch sehr prägte …
Ich hatte eine 6-Tage-Woche, in der ich mich primär um den Haushalt meiner Gastfamilie kümmerte. Das bedeutete auch, für sie zu kochen: jeden Abend, manchmal auch mittags. Pasta – meistens mit Tomatensoße und frischem Basilikum – gab es als „Primo piatto“ fast täglich. Danach aßen wir Gemüse, zwei Mal die Woche auch Fisch oder Fleisch. Und Brot, viel Brot – und zwar typisch römisches: sogenannte „Rosette“ (Brötchen in Blumenform), die, zur Nachmittagsjause auch mal mit Mortadella gefüllt, der perfekte (Wurst)Semmel-Ersatz für mich waren.

Römische Wurstsemmel

In diesen zwei Jahren habe ich vieles gelernt. Beispielsweise, wie man Pasta „al dente“ kocht und dass es nicht nur einen optischen, sondern auch einen geschmacklichen Unterschied zwischen den verschiedenen Nudelsorten gibt, ganz unabhängig von ihrem „Condimento“.

italienisch kochen, mediterrane Küche, Bucatini, Tomaten, Oliven, Rosmarin; buon appetito!
Bucatini alla romana – ein typisch römisches Nudelgericht

Ich habe auch gelernt, wie unglaublich bekömmlich es ist, jeden Tag frisches, saisonales Gemüse zu essen und dass es nur ein wenig Olivenöl und Zitronensaft braucht, um es schmackhaft zu machen (und das zu einer Zeit, als die meisten bei mir zu Hause Blattspinat nur in „eingebrannter“ Version/mit Mehlschwitze und aus der Tiefkühltruhe kannten).

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Ich habe gelernt, dass man Fisch und Fleisch nicht unter dicken, überwürzten Soßen verstecken muss, sondern, dass frischer Meeresfisch oder eine „Bistecca di manzo“ auch „nur“ mit Meersalz und frischen Kräutern gewürzt ganz hervorragend schmecken.

Bistecca di manzo
Tagliata di manzo con rucola

Und dann habe ich ein Gericht kennengelernt, mit dem ich ganz besonders positive Erinnerungen verbinde …

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An meinem einzigen freien Tag, dem Sonntag, gönnte ich mir oft den Luxus essen zu gehen. In einer Trattoria in der Viale Giulio Cesare aß ich dann gerne ein überaus köstlich schmeckendes Spezzatino con piselli. Diesen Moment genoss ich immer sehr, denn er gehörte nur mir: Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, in der ich fast ausschließlich für das Wohl anderer sorgte, konnte ich mich endlich in Ruhe zurücklehnen und mein Essen, das nicht von mir zubereitet worden war, genießen und – und das war das Allerschönste für mich – um den Abwasch kümmerten sich andere 😉 !

Spezzatino di vitello con piselli – Kalbfleischeintopf mit Erbsen

Zutaten für 3-4 Portionen:
3 EL Olivenöl
3 große Zwiebeln, gehackt
800 g Kalbfleisch, in Würfel geschnitten (hier: Putenfleisch)
Salz und Pfeffer
2 Lorbeerblätter
400 g. Erbsen, ev. Tiefkühlware
ev. Suppenwürfel

Zubereitung:
Das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel darin anschwitzen. Das Fleisch hinzufügen, gut anbraten, mit Wasser aufgießen (das Fleisch soll gerade bedeckt sein) und würzen. Das Ganze zugedeckt ca. 1 Stunde dünsten lassen. Erst dann kommen die Erbsen dazu. Ca. 20-30 Minuten fertig garen. Vor dem Servieren die Lorbeerblätter entfernen.

Die klassischen Beilagen zu diesem Rezept sind Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree. Sehr lecker finde ich aber auch Reis.

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