DIY Colomba pasquale

Was darf in Italien zu Ostern niemals fehlen?? Eine Colomba natürlich! Dieses Brauchtumsgebäck in Form einer Taube aus fluffigem Weizensauerteig, das (traditionell) mit kandierten Orangenschalen und Mandeln verfeinert wird, boomt gerade in Italien 😊.

Süße Ostertauben sind dort nun überall erhältlich: in Supermärkten, Bäckereien und Konditoreien. Passionierte (Hobby-)Bäcker*innen (wie ich eine bin ❤️) backen sie selbst. Da aber nicht jede*r Weizensauerteig (Lievito madre) griffbereit zu Hause hat (ach, mein lieber Dieter, du fehlst mir 😢!), wird für die DIY-Version oft und gerne Hefe verwendet.

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Seit vielen Jahren probiere ich nun schon diverse Rezepte für Ostertauben aus (wie beispielsweise dieses hier – klick!) und obwohl ich mit den Resultaten ziemlich zufrieden war, blieb ich auf der Suche … und wurde dieses Jahr fündig 🤗: Vor ein paar wenigen Wochen hatte ich ein Rezept entdeckt, das – nach ein paar Adaptierungen nach unserem Geschmack – nun zu unserem absoluten Favoriten ❤️ geworden ist!

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DIY Colomba pasquale/italienische Ostertaube

→ Für das Gelingen dieses köstlichen Gebäcks ist es wichtig, dem Teig ausreichend Zeit zu geben, damit sich dieser gut entfalten kann (dazu gehört auch eine Übernachtgare im Kühlschrank) 😉.

Die Zubereitung dauert also rund 2 Tage und beginnt am Tag 1 (ich empfehle am Morgen) mit der Herstellung eines (1) Aroma-Mix. Dieser verleiht dem (2) Teig ein wunderbares Citrusfrucht-Aroma. Abschließend (am Tag 2, spätestens 2 Stunden vor dem Backen) wird eine (3) Glasur zubereitet, die ganz fein nach Marzipan schmeckt und durch den Backvorgang wunderbar knusprig wird.

→ Außerdem benötigt man eine Colomba-Backform (für 750 g Teig) – z.B. eine aus Papier (wie hier).

(1) Zutaten für den Aroma-Mix*:

*Dieser sollte spätestens 2 Stunden vor Zubereitung des Teiges hergestellt werden, damit sich die Aromen gut entfalten können 😉.

  • 2 Bio-Orangen
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 EL Honig
  • 2 P. Bourbon-Vanillezucker
  • 1 EL Rum (braun)

Die Schale der Orangen und der Zitrone fein reiben, mit den restlichen Zutaten verrühren, zudecken und bei Zimmertemperatur (mindestens 2 Stunden!) stehen lassen.

Bei dieser Gelegenheit empfehle ich, auch gleich die gekühlten Zutaten für den Teig (Eier, Butter, Milch und Buttermilch) aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit diese bei der weiteren Verarbeitung Zimmertemperatur haben.

(2) Zutaten für den Teig:

  • 375 g Manitoba-Mehl (kleberstarkes Weizenmehl, das besonders gut für Backwaren mit langer Teigführung geeignet ist – perfekt also für Ostertauben 😉)
  • 90 g Staubzucker
  • 60 ml Milch, leicht erwärmt
  • 12 g frische Hefe (ca. ¼ Würfel)
  • 2 EL Buttermilch
  • 2 große Eier, 1 Eigelb (das Eiweiß wird später für die Glasur benötigt)
  • 120 g Butter (zimmerwarm!), in Stücke geschnitten
  • ½ TL Salz
  • 80 g Aranzini/Orangeat (kandierte Orangenschalen) von guter Qualität (hier: DIY), würfelig geschnitten

(3) Zutaten für die Glasur:

  • 1 Eiweiß
  • 3 (gehäufte) EL blanchierte Mandeln, fein gerieben
  • 1 (gehäufter) EL geröstete Haselnüsse, fein gerieben
  • 1 TL Mehl
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 TL Polenta/Maisgrieß (fein)
  • 80 g Feinkristall- oder Staubzucker
  • 2 EL Amaretto/Mandellikör

für die Deko:

  • einige blanchierte ganze Mandeln
  • Hagelzucker
  • Staubzucker

Zubereitung:

Mehl und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und mit der Buttermilch, dem Aroma-Mix, den Eiern und dem Eigelb hinzufügen. Mit einem Handmixer (mit Knethaken!) so lange kneten, bis die Masse relativ homogen ist.

Die weiche Butter portionsweise unterkneten. Mit den letzten Butterstücken dann auch das Salz hinzufügen.

Nun so lange weiterkneten (das kann dauern, bitte GEDULD!), bis der Teig glatt, glänzend und elastisch ist – er muss sich ziehen lassen und dabei einen hauchdünnen Schleier bilden („fare il velo“, sagt man Italien dazu).

Nun den Teig auf einer Arbeitsfläche mit den Händen zu einem Rechteck ziehen. Die kandierten Orangenschalen darauf verteilen.

Den Teig dann zusammenfalten und zurück in die Schüssel geben. Mit dem Mixer kurz verkneten (so verteilen sich die Aranzini gut im Teig). Den Teig wieder herausnehmen, zu einer Kugel formen (darauf achten, dass die kandierten Orangenschalen im Teig „versteckt“ sind) und zurück in die Schüssel legen. Mit Frischhaltefolie und einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort bis zu 6 (aber mindestens 3!) Stunden gehen lassen. Der Teig sollte sein Volumen dabei verdoppeln oder (noch besser!) verdreifachen.

Den Teig anschließend mit den Fingerspitzen zu einem Rechteck formen/ziehen. Dieses dann 2 x wie ein Briefkuvert (locker!) falten.

Den gefalteten Teig locker zur Kugel formen, in eine Schüssel legen und mit Frischhaltefolie sowie einem Geschirrtuch abdecken. Bei Zimmertemperatur ca. 1 Stunde gehen lassen.

Danach die Schüssel für ca. 12 Stunden (am besten über Nacht; aber max. für 24 Stunden) in den Kühlschrank stellen, damit der Teig reifen kann.

Am nächsten Tag den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Bei der Weiterverarbeitung sollte der Teig nicht zu kalt sein!

Anschließend den Teig in 2 Teile teilen – dabei sollte ein Teil ein wenig größer sein als der zweite.

→ Der größere Teil ergibt den Körper. Der kleinere wird nochmals geteilt und ergibt die Flügel 😉.

Beim Formen von Körper und Flügeln ist es wichtig darauf zu achten, dass der Teig nicht entgast wird! Hierfür den Teig zuerst mit den Händen vorsichtig von unten zu einem Rechteck ziehen, dieses dann locker zusammenrollen, ohne Druck auszuüben. Die Teigkanten mit den Fingerspitzen sanft festdrücken.

Die Colomba-Backform am besten auf ein kleineres Backblech (oder in eine etwas größere Form) stellen – so kann man sie später leichter transportieren, ohne den Gärprozess des Teiges zu stören. Zuerst den Taubenkörper, danach die beiden Flügel in die Form legen (mit den zusammengedrückten Teigkanten nach unten).

Mit Frischhaltefolie (und einem Geschirrtuch) abdecken und nochmals zwischen 3 und 6 Stunden gehen lassen – die Colomba sollte ihr Volumen dabei zumindest verdoppeln 😉.

In der Zwischenzeit die Glasur zubereiten. Hierfür alle Zutaten in einer kleinen Schüssel mit einem Löffel verrühren.

Nachdem die Colomba ausreichend gegangen ist, wird sie mit der Glasur bestrichen, mit Mandeln und Hagelzucker dekoriert, mit Staubzucker bestreut …

… und im vorgeheizten Ofen bei 180°C (Ober-/Unterhitze) ca. 45 Minuten gebacken (falls sie zu schnell bräunen sollte, einfach gegen Ende der Backzeit mit einem Stück Alufolie bedecken). Wichtig: Die Backofentüre während der ersten 30 Minuten bitte nicht öffnen!

Die Colomba eventuell noch 5 Minuten lang im heißen, aber ausgeschalteten Ofen ruhen lassen, dann herausnehmen und auf einem Kuchengitter bei Zimmertemperatur komplett auskühlen lassen (das dauert ca. 3-4 Stunden).

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Wird sie nicht gleich verspeist, bitte gut verpacken. Ich nehme dafür einen großen Gefrierbeutel – auf diese Weise hält sie sich auch problemlos 2-3 Tage lang frisch 😉.

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Buona Pasqua!

🕊

PS: Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an tavolartegusto.it (Verlinkung mit einer externen Internet-Seite) für das tolle Basisrezept und die wertvollen Zubereitungs-Tipps 😊!

Ringrazio di cuore tavolartegusto.it per l’ottima ricetta di base e i preziosi consigli di preparazione. La ricetta è diventata la nostra preferita 🤗!

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